| Freie Presse - Auerbacher Zeitung - Mi., d. 02.11.2005 |
| Polizeibeamte als Zaungäste |
| Großaufgebot überwacht Konzert in Bergen – Rechtsorientierter Hintergrund vermutet |
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Bergen/Pausa. „Wir hatten Hinweise erhalten auf ein Zusammentreffen von Leuten, die möglicherweise rechtsorientiertes Liedgut verbreiten wollten“, sagte der Zwickauer Polizeisprecher Volker Kroh und verteidigte gestern einen Großeinsatz der Polizei, der am vergangenen Sonnabend in Pausa und Bergen für Aufsehen sorgte. Über 30 Beamte waren dabei im Einsatz. Das Kuriose: Während in Pausa allein das Erscheinen der Uniformierten genügte, dass die etwa 100 zumeist jungen Leute ihre Beschallungstechnik aus einer angemieteten Halle auf einen Lastwagen bugsierten und mit ihren Autos wegfuhren, ging das Konzert im „Goldenen Hahn“ in Bergen über die Bühne – ebenfalls unter Überwachung der Polizei. „Wir konnten vor Ort keine Rechtsverstöße feststellen, die ein Eingreifen gerechtfertigt hätten“, sagte Kroh. „Es wurde kein Liedgut mit erkennbar volksverhetzendem Charakter gespielt“, so der Polizeisprecher. „So einen Aufriss zu machen und mit schusssicheren Westen und Maschinenpistolen anzurücken, ist in meinen Augen eine Sauerei“, schüttelte Klaus Knauer, Wirt des „Goldenen Hahns“ den Kopf. Er lobte das Verhalten seiner Gäste ausdrücklich. „Es ging zu wie auf einer großen Familienfeier. Nicht einmal betrunken seien die Leute gewesen, die aus Deutschland, Italien und Ungarn kamen. Knauer beschreibt sie als gut gekleidet. Von einer Skinhead- Party, wie es die Polizei anfänglich formulierte, könne keine Rede sein. „Skinheads sehen anders aus. Nicht ein einziger trug Springerstiefel“, so der Hahn-Wirt, der jedoch einräumte, dass unter den rund 100 Gästen auch acht glatzköpfige gewesen seien. Das Konzert selbst – es standen drei Band aus Ungarn, Italien und Deutschland auf der Bühne – sei ohne Probleme verlaufen. Rechtsradikale Musik konnte Klaus Knauer nicht ausmachen. „Sie war grässlich und man hat nichts verstanden“, erzählt er. „In meinen Augen war das gar keine Musik.“ Während sich der durch den Bergener Straßenbau gebeutelte Hahn- Wirt über ein gutes Geschäft freute, schlug die Geschichte in Pausa Wellen. „Wir wurden von diesen Leuten hinters Licht geführt“, sagte gestern Torsten Schönau zu „Freie Presse“. Er ist Mitinhaber der Gothaer Immobilienfirma, welcher derzeit das gesamte verwaiste Firmengelände der Ex-Pametall gehört. Schönau berichtete, dass ein Mieter aus Jena in einer der Hallen Technik lagern wollte, die man zum Ausrichten von Events brauche. Dagegen hatten die Immobilienmakler nichts einzuwenden. „Dass sich daraus ein Treffen entwickelt, wofür sich offensichtlich das Bundeskriminalamt interessierte, das konnten wir nicht ahnen“, äußerte sich Schönau überrascht. In der direkten Konsequenz sei er gleich am Sonntag in Pausa gewesen und hätte den Mietvertrag mit dem bisherigen Nutzer der Halle gekündigt. (ach/tb) |