Von Sylvia Dienel

Bernd Windisch mit seiner Skulptur „Vertreibung aus dem Paradies". Foto: Joachim Thoß
Bergen - Bernd Windisch ist von Beruf Tischler. Nach eigener Auffassung weniger Künstler, auch wenn er seit vielen Jahren schöpferisch tätig ist. Seine Gedanken und Sorgen hat der Bergener Skulpturen und Installationen gegossen, die sich in seinem gesamten Garten finden. Kein Werk ohne Botschaft.
Windisch gibt die Hoffnung nicht auf, dass sich andere Menschen darüber zum Dialog einladen lassen. Über das, was er „Garagenkunst“ nennt und bereitwillig der Öffentlichkeit zeigt – zuletzt zu Pfingsten im Rahmen der Aktion „Kunst: offen in Sachsen“. Geht es nach Windisch, sollen die Leute gern mehr Gelegenheit bekommen, sich mit seinen Botschaften auseinanderzusetzen. Mit anderen Worten: Bernd Windisch will sich von seinen Werken trennen.
Aber was steht da genau in seinem Grundstück? Bei „Vertreibung aus dem Paradies“ etwa hat sich der Vogtländer Gedanken über den technischen Fortschritt gemacht und speziell das Smartphone als ständigen Begleiter im Visier. Ein anderes Objekt gleich nebenan hat er „Niedergang“ genannt. Wer an der Station „Denk mal“ genau hinschaut, erkennt Symbole der drei großen Weltreligionen. Kreuz, Davidstern und Halbmond sind miteinander verwoben, ineinander verkeilt. Was fehlt, ist Harmonie. „Es gibt keinen Frieden unter den Nationen ohne Frieden der Religionen“, zitiert Bernd Windisch den verstorbenen Schweizer Theologie-Professor Hans Küng (1928-2021).
„Das sind landauf, landab hochaktuelle Reizthemen.“
Bernd Windisch Freizeit-Künstler
Aktuelle Politik arbeitete Bernd Windisch in „Erpressung“ auf. Mit seinem „Baum der Erkenntnis“ will er zu gegenseitiger Toleranz auffordern. Er selbst steht keiner Religion nahe und betont: „Ich will nicht spalten, sondern anregen. Das sind landauf, landab hochaktuelle Reizthemen.“ Man müsse doch eine Meinung zum Geschehen haben, ist er überzeugt.

Dieses Werk hat der Bergener „Niedergang" getauft. Foto: Joachim Thoß
Viel länger will Bernd Windisch das Skulpturen-Arrangement nicht in seinem Garten stehen lassen. „Hier gehören sie eigentlich nicht hin“, findet der über 80-Jährige. „Ich würde die Sachen gern an einem anderen Platz sehen, wo das Umfeld passt und die Leute mehr in der Materie stehen.“ Anfragen erreichten ihn bislang keine. „Ich wüsste nicht, wer daran Interesse haben könnte.“
Mehr Glück war Bernd Windisch vor einigen Jahren mit einem von ihm adoptierten Kunstwerk vergönnt, das aus vielen Einzelteilen bestand: einer Schauanlage aus dem ehemaligen Freibad Schönau. Die zur DDR-Zeit über das Vogtland hinaus bekannt gewordenen Miniaturhäuser mit beweglichen Figuren hatte einst der ortsansässige Bauer Karl Singer gebastelt. Als sich nach der Wende kein Abnehmer fand, stellte sie Bernd Windisch bei sich zu Hause auf und richtete im Carport seine „Neue Scheune“ ein. Vor fünf Jahren dann zog die Anlage wieder um. Seither steht sie im weitläufigen Garten der berühmten Plauener Weberhäuser zu Füßen der Plauener Altstadt, zwischen Mühlgraben und Rähme. „Eigentlich wollte ich sie damals zwischen unserem Garten und der Kirche stehen sehen“, erzählt der Bergener. Auf Zustimmung traf er damit nicht. „Dabei hätte sich das dort mit dem Wasserlauf angeboten. Und es wäre ein Highlight für den Ort gewesen“, bedauert er noch heute. (dien)
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